Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als ich mein erstes E-Book auf meinem Smartphone geöffnet habe.
Auf meinem Computer sah alles ordentlich aus. Auf dem Handy dagegen war plötzlich vieles anders: Kapitel wirkten verschoben, Absätze sahen nicht mehr richtig aus und der Text war teilweise unangenehm zu lesen.
Zuerst dachte ich, mit meinem Gerät stimmt etwas nicht.
Später habe ich verstanden, dass das eigentliche Problem nicht mein Smartphone war. Die Struktur und Formatierung des E-Books waren nicht sauber aufgebaut.
Ich hatte meinen Text wie ein normales Dokument erstellt und dabei nicht ausreichend berücksichtigt, wie sich ein E-Book auf unterschiedlichen Geräten verhält.
Das war für mich eine wichtige Erfahrung.
Ich begann mich intensiver mit EPUB, Formatierung, Kapitelüberschriften und verschiedenen Lese-Apps zu beschäftigen. Dabei habe ich mehrere Apps ausprobiert.
Einige habe ich behalten.
Andere habe ich nach einiger Zeit wieder gelöscht.
Heute weiß ich: Die beste E-Book-App ist nicht automatisch die mit den meisten Funktionen. Entscheidend ist, ob sie zum eigenen Leseverhalten passt.
Am Anfang dachte ich, dass alle E-Book-Apps ungefähr gleich funktionieren.
Ein Buch öffnen, lesen und fertig.
In der Praxis gibt es jedoch deutliche Unterschiede.
Mich haben vor allem folgende Punkte interessiert:
Gerade wenn man regelmäßig E-Books liest oder selbst E-Books erstellt, fallen solche Unterschiede schnell auf.
Für mich muss eine gute Lese-App nicht kompliziert sein.
Sie sollte vor allem zuverlässig und übersichtlich funktionieren.
Besonders wichtig finde ich:
Die Schriftgröße sollte sich problemlos verändern lassen.
Kapitel, Absätze und Überschriften sollten sauber dargestellt werden.
Ich möchte eine interessante Stelle später schnell wiederfinden können.
Für Ratgeber und Sachbücher sind diese Funktionen besonders praktisch.
Wenn ich auf mehreren Geräten lese, möchte ich möglichst problemlos weiterlesen können.
Viele Bücher müssen sich schnell wiederfinden lassen.
Die Kindle-App gehört zu den bekanntesten E-Book-Apps.
Ich finde sie besonders interessant für Leser, die ihre Bücher hauptsächlich über Amazon beziehen oder bereits einen Kindle-E-Reader verwenden.
Besonders praktisch ist die Verbindung zwischen Kindle-App und Kindle-E-Reader.
Man kann beispielsweise auf dem Smartphone anfangen zu lesen und später auf einem Kindle weiterlesen.
Wer möglichst unabhängig von einem Anbieter bleiben möchte, könnte das Amazon-System als zu geschlossen empfinden.
Mein Eindruck: Sehr komfortabel, wenn man bereits im Amazon-Ökosystem unterwegs ist.
Google Play Books ist eine interessante Lösung für Leser, die Android oder andere Google-Dienste verwenden.
Besonders interessant finde ich die Möglichkeit, neben gekauften Büchern auch eigene digitale Inhalte zu verwenden.
Google Play Books ist interessant für Nutzer, die eine einfache und flexible Lösung suchen.
Wer hauptsächlich eigene EPUB- und PDF-Dateien liest, sollte allerdings vorher prüfen, ob die gewünschten Funktionen für den persönlichen Anwendungsfall ausreichen.
Apple Books ist für Apple-Nutzer eine naheliegende Lösung.
Die App ist direkt in das Apple-Ökosystem integriert und wirkt entsprechend aufgeräumt.
Die App ist vor allem dann interessant, wenn man bereits Apple-Geräte verwendet.
Mein Eindruck: Für iPhone- und iPad-Nutzer eine sehr praktische Lösung.
Kobo ist eine Alternative zu Kindle und gehört zu einem eigenen E-Book- und E-Reader-Ökosystem.
Die App ist besonders interessant für Leser, die nicht ausschließlich auf Amazon setzen möchten.
Das Kobo-System ist im deutschsprachigen Raum weniger präsent als Kindle oder Tolino.
Mein Eindruck: Eine interessante Alternative für Leser, die mehr Auswahl bei ihrem E-Book-System wünschen.
Moon+ Reader ist eine ganz andere Art von E-Book-App.
Während andere Apps möglichst einfach gehalten sind, bietet Moon+ Reader sehr viele Einstellungsmöglichkeiten.
Genau diese vielen Möglichkeiten können für Anfänger zunächst etwas kompliziert wirken.
Mein Eindruck: Interessant für Android-Nutzer, die gerne selbst sehr viel einstellen.
Da ich mich auch mit dem Thema E-Book-Veröffentlichung beschäftige, ist das Tolino-System für mich besonders interessant.
Tolino spielt im deutschsprachigen Buchmarkt eine wichtige Rolle und ist eng mit verschiedenen deutschen Buchhändlern verbunden.
Vor allem für Leser in Deutschland, die Wert auf das deutschsprachige Buchangebot legen oder bereits einen Tolino-E-Reader besitzen.
Eine wichtige Erkenntnis aus meinen Tests war auch:
Nicht jedes digitale Buch sollte mit einer klassischen E-Book-App gelesen werden.
Wenn ich beispielsweise ein PDF lese, ist ein PDF-Reader häufig die bessere Wahl.
PDF-Dateien sind beispielsweise bei folgenden Inhalten sinnvoll:
Für klassische Romane ist ein PDF dagegen häufig weniger komfortabel, weil das Layout nicht so flexibel ist wie bei einem gut aufgebauten EPUB.
Eine App kann technisch sehr gut sein und trotzdem nicht zum eigenen Nutzungsverhalten passen.
Genau das habe ich bei meinen Versuchen festgestellt.
Manche Anwendungen hatten mir:
Andere Apps waren dagegen einfach angenehmer.
Für mich gilt deshalb heute:
Ich brauche nicht zehn verschiedene E-Book-Apps. Ich brauche eine App, mit der ich meine Bücher unkompliziert lesen kann.
Bei meinen Erfahrungen mit E-Books wurde mir außerdem deutlich, wie wichtig das Dateiformat ist.
EPUB ist besonders geeignet für:
Der Text kann sich an die Bildschirmgröße anpassen.
PDF eignet sich besonders für:
Das Seitenlayout bleibt weitgehend fest.
Deshalb kann ein schlecht erstelltes PDF auf einem Smartphone deutlich unangenehmer zu lesen sein als ein gut aufgebautes EPUB.
Wenn ich die verschiedenen Anwendungen nach ihrem jeweiligen Einsatzzweck einordne, würde ich es ungefähr so sehen:
| Anwendung | Besonders geeignet für |
|---|---|
| Kindle | Amazon-Nutzer |
| Google Play Books | flexible Android-Nutzer |
| Apple Books | iPhone und iPad |
| Kobo Books | Kobo- und EPUB-Nutzer |
| Tolino | deutschsprachige Leser |
| Moon+ Reader | Android-Power-User |
| Adobe Acrobat Reader | PDF-Dokumente |
Wenn du gerade erst mit E-Books anfängst, würde ich es möglichst einfach halten.
Dann ist Kindle ein guter Startpunkt.
Dann kannst du zunächst Apple Books verwenden.
Dann ist Google Play Books eine naheliegende Möglichkeit.
Dann solltest du dich zunächst mit dem Tolino-System beschäftigen.
Dann kann eine flexiblere App wie Moon+ Reader interessant sein.
Dann ist ein PDF-Reader häufig sinnvoller.
Meine wichtigste Erkenntnis ist eigentlich ganz einfach:
Nicht die App allein entscheidet über das Leseerlebnis.
Auch das E-Book selbst muss sauber erstellt sein.
Eine gute App kann eine schlechte Formatierung nicht vollständig reparieren.
Deshalb achte ich heute stärker auf:
Gerade für Autoren ist dieser Punkt wichtig.
Ein E-Book muss nicht nur auf dem eigenen Computer gut aussehen.
Es muss auf möglichst vielen unterschiedlichen Geräten funktionieren.
Nach meinen Erfahrungen gibt es nicht die eine beste E-Book-App für alle.
Die richtige Anwendung hängt davon ab, welche Geräte du verwendest, woher deine Bücher stammen und ob du hauptsächlich gekaufte Bücher oder eigene Dateien liest.
Kindle ist besonders praktisch für Amazon-Nutzer.
Apple Books passt gut zum Apple-Ökosystem.
Google Play Books ist eine interessante Lösung für Android- und Google-Nutzer.
Kobo und Tolino sind gute Alternativen für Leser, die andere E-Book-Systeme bevorzugen.
Moon+ Reader richtet sich eher an Nutzer, die viele Einstellungsmöglichkeiten wünschen.
Und für PDF-Dokumente kann ein spezialisierter PDF-Reader die bessere Wahl sein.
Du musst nicht ständig neue Apps ausprobieren.
Finde eine App, die zu deinem Gerät und deinem Leseverhalten passt – und bleib dabei.
Denn am Ende soll die Technik nicht im Mittelpunkt stehen.
Das Buch sollte im Mittelpunkt stehen.
Toni Valente ist Gründer und Betreiber von EBOOKWELT24. Auf dem Blog veröffentlicht er Ratgeber und Erfahrungsberichte rund um E-Books, Selfpublishing, SEO, Online-Marketing, digitale Produkte und hilfreiche Online-Tools.
Sein Ziel ist es, Einsteigern und Autoren verständliche und praxisnahe Informationen für den Start in die digitale Welt zu geben.
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